Frohen Advent!

Die Adventswochen:

Adventskerze 1

1. Advent

Ich sehe, was du siehst – und lerne dich besser kennen!

Kinder nehmen ihre Umwelt auf ganz eigene Weise wahr – was sie sehen, spüren, lieben oder meiden, sagt viel über sie aus. Pädagogische Fachkräfte, die sich auf diese Perspektive einlassen, öffnen einen echten Dialog: Zeig mir, was dir wichtig ist.

Indem wir Kinder nicht nur beobachten, sondern sie selbst zu Beobachter:innen ihrer Welt machen, würdigen wir ihre Eigenaktivität und ihren Blick auf das Leben.
Wir entdecken, was sie bewegt, was sie schön finden, was sie brauchen – und kommen ihnen damit ein Stück näher.

Reflexionsfragen:

Praxisimpuls:

Kinderperspektiven sichtbar machen

Der Impuls lädt dazu ein, mit den Kindern gemeinsam zu entdecken, was in ihrer Welt wirklich Bedeutung hat. Ob ein Lieblingsort, ein Spielzeug, ein Freund, ein Tier, eine Pflanze oder ein besonderer Platz im Garten – Kinder wählen auf ihre ganz eigene Weise aus, was ihnen wichtig ist. So werden ihre Interessen, Gefühle und Bedürfnisse sichtbar und für dich nachvollziehbar.

So geht’s:

1.

Foto- oder Zeichenauftrag:

Jedes Kind bekommt eine Kamera oder ein Tablet und darf in der Kita oder draußen ein Foto von etwas machen, das ihm besonders wichtig ist.
(Alternativ können die Kinder ein Bild malen.)

2.

Anschließendes Gespräch:

Im Dialog werden die Kinder eingeladen, mehr über ihr Foto oder Bild zu erzählen:

3.

Gemeinsame Gestaltung:

Das Foto wird ausgedruckt und gemeinsam mit dem Kind in einem schönen Rahmen gestaltet.

4.

Ausstellung oder Galerie:

In der Kita kann eine kleine ,Kinderperspektiven-Galerie‘ eingerichtet werden. Jedes Kind stellt sein Foto aus, begleitet von einem kurzen Zitat oder Stichwort.

Variation:
Für Krippenkinder können Fachkräfte die Fotos übernehmen und anschließend gemeinsam mit den Kindern deuten – z. B.: ,Das hat Lea gezeigt, als wir im Garten waren…‘.

Adventskerze 2

2. Advent

"Ich bin stark!" – Kinder entdecken ihre Superkräfte

Kinder erfahren, dass Stärke viele Formen haben kann: Mut, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Fantasie oder Ehrlichkeit.
Sie lernen: „Ich bin wichtig und ich kann etwas bewirken.“

Um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, eignet sich die Leitfrage:
„Was bedeutet stark sein?“
Dabei wird deutlich: Stark sein bedeutet mehr als körperliche Kraft. Stärke zeigt sich auch, wenn Kinder freundlich sind, anderen helfen, mutig handeln oder ihre Meinung äußern.

Superkräfte entdecken

Jedes Kind überlegt: „Was macht mich stark?“
Gemeinsam werden passende Worte oder Symbole gefunden.
Beispiele für kindliche Stärken:

Gestaltungsidee:

Kinderperspektiven sichtbar machen

Die Kinder gestalten Superheld*innen-Porträts oder „Meine Stärke“-Sterne (Download optional). Auf jedes Bild oder jeden Stern kommt der Satz:
„Ich bin stark, weil …“
Die gestalteten Werke können anschließend als „Galerie der Stärken“ gut sichtbar in der Kita aufgehängt werden.

Passende Bilderbücher zum Thema innere Stärke und Selbstvertrauen:

„Ab heute bin ich stark“ – Birgit Gröger

„Das kleine WIR“ – Daniela Kunkel

Impuls für Fachkräfte

Wenn Kinder erfahren, dass sie stark und wichtig sind, wächst ihr inneres Sicherheitsgefühl – eine wichtige Grundlage für Prävention und Kinderschutz.
Stärke entsteht, wenn Kinder ernst genommen, beteiligt und ermutigt werden, ihre Gefühle und Grenzen zu zeigen.

Reflexionsfragen fürs Team

Adventskerze 3

3. Advent

"Unsere Zeit im Advent – Was feiern wir eigentlich?“

Nicht alle Kinder feiern Weihnachten, aber alle Kinder haben Feste, Rituale oder Zeiten, die für sie wichtig sind.
Diese Aktion lädt Kinder (und Fachkräfte) ein, über eigene Erfahrungen, Bräuche und Wünsche zu sprechen – und die Vorweihnachtszeit gemeinsam, vielfältig und inklusiv zu gestalten.

Rituale gemeinsam gestalten – Vielfalt achten, Zugehörigkeit leben

"Wer bestimmt eigentlich, wie die Weihnachtszeit in unserer Kita aussieht – und wie können alle dazugehören?“

Rituale geben Sicherheit und Struktur – sie stiften Gemeinschaft.
Doch sie sind nur dann wirklich verbindend, wenn sie alle Kinder einschließen.
In einer vielfältigen Kita ist es Aufgabe der Fachkräfte, die Balance zwischen Tradition und Offenheit zu gestalten:
Weihnachtszeit als Zeit der Gemeinschaft, Achtsamkeit und Freude – nicht nur als religiöses Fest.

So geht’s:

1. Gespräch im Kreis:

Beginne mit Fragen, die zum Nachdenken einladen:

  • „Was passiert bei uns gerade in der Kita?“
  • „Woran merken wir, dass bald Weihnachten ist?“
  • „Feiern alle Kinder hier Weihnachten?“
  • „Welche Feste kennt ihr von zu Hause?“
  • „Wie fühlt sich diese Zeit für euch an?“

Ziel ist, die Kinderperspektiven sichtbar zu machen – ohne Wertung.

2. "Lichter der Gemeinschaft“ – Kreativaktion

Jedes Kind darf ein eigenes Licht gestalten (aus Papier, Transparentfolie, Glas etc.). Auf jedes Licht schreibt oder malt das Kind etwas, das ihm in dieser Zeit wichtig ist:

  • „Ich freue mich auf meine Familie.“
  • „Ich mag, wenn es draußen leuchtet.“
  • „Ich backe gerne Plätzchen.“
  • „Ich feiere Lichterfest.“
  • „Ich will helfen, dass es allen gut geht.“

Die Lichter werden zu einem gemeinsamen „Lichtermeer der Vielfalt“ zusammengefügt – als Symbol dafür, dass alle Kinder dazugehören, egal, welche Feste sie feiern.

3. Gemeinsame Reflexion:

Sprecht mit den Kindern darüber, dass es viele Wege gibt, „Feste des Lichts“ zu feiern – Weihnachten, Chanukka, Diwali, Nikolaus, Neujahr …
Formuliere die zentrale Botschaft: „In unserer Kita darf jede*r sein eigenes Licht zeigen – und zusammen machen wir es hell.“

Team-Reflexion:

Adventskerze 4

4. Advent

"Post an die Zukunft – Briefe, die wachsen“

Kinder (und Fachkräfte) schreiben, malen oder diktieren eine Nachricht an die Zukunft:
Was sie sich wünschen – für sich selbst, die Kita, die Welt.
Diese Nachrichten werden nicht nur aufgeschrieben, sondern eingepflanzt – als Symbol dafür, dass Zukunft wachsen darf.

So geht’s:

Gesprächseinstieg:

Kreativphase:

Jedes Kind erhält einen kleinen Zettel oder Samenpapier (Papier mit Blumensamen, auch zum Selbermachen geeignet). Alternativ können Samenbänder verwendet werden, auf die die Kinder ihre Wünsche schreiben.
Die Kinder malen oder schreiben – mit Unterstützung – ihre Wünsche, Träume oder Ideen darauf. Anschließend werden die „Zukunftsbriefe“ gesammelt und gemeinsam in einen Topf mit Erde eingepflanzt.

Tipp: Eine Folie darüberlegen und als „Gewächshaus“ nutzen. Besonders gut eignen sich Hafer- oder Weizengras.

Symbolik

Die Pflanzen stehen für die Zukunft, die wachsen darf – langsam, mit Pflege, Geduld und Licht. Wenn im Frühling die ersten Keimlinge erscheinen, kann man gemeinsam überlegen:
„Was ist aus unseren Wünschen geworden? Was ist bei uns gewachsen?“

Impuls

Diese Aktion verbindet Nachhaltigkeit, Zukunftsdenken und Symbolik auf ganz einfache, kindgerechte Weise.
Kinder erleben, dass sie Zukunft mitgestalten können – und dass gute Dinge Zeit brauchen, um zu wachsen.

Tipp

Du kannst auch kleine Holzschilder basteln mit Aufschriften wie
 „Hier wächst unsere Zukunft“ oder „Kita 2026 – wir sind dabei!“

Diese spannenden Gedanken zur Perspektive des Kindes greifen wir auch im Rahmen unseres nächsten Kita-Onlinekongresses auf. Die erste Themenwoche widmet sich intensiv dem Thema: Jedes Kind im Blick – Wege zur individuellen Begleitung.